Kreta: Die Palastkultur


Kreta: Die Palastkultur
Kreta: Die Palastkultur
 
Verglichen mit der Faszination und der Wirkung auf die europäische Geistesgeschichte, die von der phantastischen Bilderwelt der minoischen Palastkultur ausgingen, sind die gesicherten Erkenntnisse über die Kulturgeschichte des frühen Kreta weit weniger mitreißend.
 
Seit dem Beginn der großen Palastgrabungen in Knossos und Phaistos nach der Jahrhundertwende ist zwar die Zahl der Funde und Befunde immens gestiegen, aber die vielen kaum durchschaubaren Abhängigkeiten und Verbindungen sind nicht deutlicher geworden, auch wenn sich mit der Entzifferung der Linear-B-Schrift eine neue Welt aufgetan hat. Im Einzelnen sind wir heute wissender, im Gesamten nicht weiser geworden. Was die minoische Kultur ausmacht, was sie zusammenhält und bewegt, ist heute noch genau so wie vor 100 Jahren eher mittels einer Kulturtheorie zu umschreiben als exakt beschreibbar.
 
Die Insel Kreta, in Ost-West-Richtung gut 260 km lang, sehr schmal und an der breitesten Stelle kaum 50 km von Nord nach Süd messend, schließt die Ägäis im Süden ab. Im Westen ist mit über 4000 m zwar das Mittelmeer am tiefsten, aber nach Osten im flacheren Wasser leitet ein Inselbogen über Kasos, Karpathos und Rhodos zum kleinasiatischen Ufer. Bei gutem Wetter sieht man von den kretischen Bergen im Nordwesten bis Kythera, der Insel südlich der peloponnesischen Küste, und im Norden ist die Insel Thera zu erkennen. Kreta liegt knapp nördlich des 35. Breitengrades, damit südlicher als Gibraltar und die nordwestliche Küste Afrikas, es ist Europas südlichster Punkt. Landschaftlich ist der vielfältige kleine Kontinent geprägt von den hohen Kalkgebirgen an seiner Südseite, von den Lefka Ori im Westen über Ida bis Dikte im Osten. Mit Ausnahme der weiten Messaraebene im Süden liegt das Fruchtland an der flacher abtreppenden hügeligen Nordseite, wo sich auch die frühesten menschlichen Siedlungsspuren finden. Das Klima scheint in der Bronzezeit nicht wesentlich anders gewesen zu sein als heute, wahrscheinlich ein bis zwei Grad wärmer im Jahresdurchschnitt und ein wenig feuchter. Zumindest war der festgestellte Pflanzenbewuchs mediterran wie der gegenwärtige. Auf der Insel gibt es große klimatische Unterschiede vom regenreichen Westen zum fast ariden (trockenen) Osten, von beinahe subtropischen Küstenregionen bis zu alpinen Hochlagen.
 
Bei allen Überlegungen zu Umweltbedingungen am Beginn der minoischen Kultur ist aber nicht zu vergessen, dass der Anstieg des Meeresspiegels nach dem Ende der letzten Eiszeit erst in der frühen Bronzezeit zum Stillstand kam und in etwa den heutigen Wert erreichte. Das bedeutet einerseits, dass in früheren Zeiten die Wahrnehmung anderer Inseln erleichtert war und dementsprechend die mit Schiffen zurückzulegenden Distanzen kürzer waren, aber andererseits auch, dass früheste Küstensiedlungen im Meer versunken sein können und somit diese Phase der Besiedlung nicht mehr nachweisbar ist.
 
Denkbar ist unter diesen Gegebenheiten, dass schon im Paläolithikum (Altsteinzeit) Menschen die Küsten Kretas erreicht haben könnten und von der Jagd lebten. Von Rhodos und Zypern ist bekannt, dass dort noch bis zum 10. Jahrtausend Zwergelefanten lebten; auf Kreta war schon in der Bronzezeit die Bezoarziege, eine Steinbockart, das größte Säugetier. Wie auch immer man die kretische Fauna mit menschlichen Eingriffen in Verbindung bringt, unmittelbare Spuren menschlichen Lebens fehlen für diese frühe Zeit, gesichert ist erst eine frühneolithische (frühjungsteinzeitliche) Besiedlung.
 
Seit dem 6. Jahrtausend ist Kreta kontinuierlich besiedelt. Die frühen Zuwanderer scheinen aus dem Süden Kleinasiens gekommen zu sein; man kann sie mit jenen Gruppen in Verbindung bringen, die die Kultur von Çatal Hüyük schufen. Diese kannte unter anderem einstöckige, nur vom Dach aus zugängliche Wohnbauten aus Lehmziegeln und Holz, und die dort lebenden Bewohner verehrten Tiere wie Stier und Leopard, außerdem eine Muttergöttin. Die Siedler brachten ihre domestizierten Nutztiere und wertvolles Saatgut mit; offensichtlich hatten sie ausreichend Übung in der Seefahrt.
 
Erst gegen Ende des 4. Jahrtausends kann man von einer dichteren Besiedlung mit lokalen Zentren ausgehen. In Knossos etwa erreichen die Schuttschichten aus den aufeinander folgenden Siedlungen eine Höhe von über 7 m. Die einfachen Häuser hatten Wände aus Lehmziegeln auf einem stabilen Feldsteinsockel und ein flaches Dach. Die Grundrisse wirken eher ungeplant, Räume unterschiedlicher Größe und Form werden an bestehende angebaut oder nicht mehr benutzte aufgegeben. Höhlen und überhängende Felsen werden als Schutzräume genutzt, dort wird auch bestattet. Die Inneneinrichtung der Häuser beschränkt sich auf Erdbänke und manchmal Feuerstellen auf dem gestampften Lehmboden. Vorratsgefäße stehen entlang der Wände. Neben Horn- und Beingeräten sind Steinwerkzeuge aus vielerlei heimischen Materialien gebräuchlich, auch Steingefäße. Schon seit dem frühen Neolithikum (Jungsteinzeit) werden Obsidianklingen benutzt; dies weist auf Handel mit der Insel Melos, dem einzigen Fundort von schwarzem Obsidian in der Ägäis, hin. Beziehungen zu den Kykladen kann man auch bei Formen und Dekor der Tongefäße bemerken. Die handgemachte Keramik zeigt meist eine dunkle, polierte Oberfläche, in die geometrische Muster eingeritzt oder eingestochen sein können. Mit einer weißen Paste ausgefüllt, wirken die Ornamente umso besser.
 
Die neolithische Kultur Kretas ist von Wachstum und Wandel geprägt. Die Urbarmachung des Landes schreitet nach Westen voran, der primäre Wald kann sich davon nie wieder erholen, Macchie breitet sich aus. Die Zahl der Siedlungen wächst, lokale Zentren entstehen. Man lebt vom Ackerbau auf den fruchtbaren Böden, Getreide und Hülsenfrüchte bilden die Ernährungsgrundlage. Rind, Schwein, Schaf und Ziege nutzen auch das höher gelegene Weideland. Neben der familiären Produktion von Keramik mag es bei der Herstellung von Steinwerkzeugen zu Arbeitsteilung gekommen sein. Die Menschen leben in Familiengruppen, hierarchische Strukturen lassen sich noch nicht erkennen. Wie die Muster und Formen der Gefäße und Geräte zeigen, haben die Siedlungen untereinander regen Kontakt, und man treibt Handel mit den Kykladen.
 
Über diese Wege kommt auch die Kenntnis der Metallgewinnung und -verarbeitung auf die Insel. Es sind nur wenige Bronzegeräte, die sich aus der frühen Bronzezeit erhalten haben. Der Werkstoff war rar, und Kreta hatte wenig Kupfererz. Umso wichtiger war der Handel, der damals weitgehend in der Hand der kykladischen Seefahrer lag. Doch immer günstiger wirkt sich die geographische Lage der Insel aus. Kupfer gibt es im Bereich der Hochkulturen Ägyptens, Mesopotamiens und Anatoliens reichlich, aber es mangelt an Zinn, das in Mittel- und Westeuropa gewonnen wird. Die Wege dorthin führen über Kreta, und mit dem steigenden Bedarf an Zinn wächst auch der kretische Wohlstand, mit den Anregungen aus fernen Ländern die minoische Kultur.
 
Mitte des 3. Jahrtausends ist Kreta, zumindest der Osten und das Zentralland bis etwa Rethymnon, dicht besiedelt. Für ein durchschnittliches Dorf der frühen Bronzezeit mag Myrtos an der Südküste ein gutes Beispiel sein. Auf einem steilen Hügel am Meer gelegen, ist das Dorf mit seinen rund 80 Räumen vor Piraten sicher. Die Räume sind unregelmäßig aneinander gebaut, die Innenwände sind aber manchmal abgeglättet und rot oder braun bemalt. Einzelne Gebäude lassen sich nicht wahrnehmen. Anhand der Kochstellen konnte man die Bereiche der einzelnen Familienverbände abgrenzen. Innerhalb dieser Einheiten sind Webstuben und Räume für das Färben von Wolle gleichmäßig verteilt, es gibt aber nur eine Töpferei und außerhalb des Dorfes Einrichtungen für die Metallverarbeitung. Besonders zu beachten ist ein Raum, in dem ein Gefäßidol — eine Frau mit Krug —, das von einer niedrigen Erdbank heruntergefallen war, gefunden wurde, das früheste Heiligtum in einer minoischen Siedlung.
 
Ein ganz anderes Bild zeigt das Haus auf dem Hügel von Vassiliki (Vasiliki) bei Gurnia in Ostkreta: Die rechtwinkligen Räume sind in Nutzungsgruppen zu einer zweiflügligen Anlage zusammengefasst. Korridore sichern den Zugang zu den einzelnen Zimmern, von denen einige verputzt und rot ausgemalt sind. Ordnung und Ausstattung des zweigeschossigen Hauses zeigen eine frühe Form minoischer Palastanlagen, auch ein gepflasterter Hof im Westen des Gebäudekomplexes fehlt nicht. Zugleich lässt die prominente Lage des Hauses inmitten der Siedlung eine neue Machtverteilung vermuten, die bei der eher egalitären Dorfgesellschaft von Myrtos noch unbekannt ist.
 
Ohne Standesunterschiede wurde auch bestattet. Im Bereich der Messaraebene wurden die Toten in Rundbauten außerhalb der Siedlungen mit ihren Beigaben abgelegt. Diese Tholosgräber waren über Jahrhunderte in Benutzung der dörflichen Großfamilien. War der Platz belegt, wurden frühere Bestattungen zur Seite geschoben oder in mehrräumige Beinhäuser umgebettet. Nicht selten findet sich dort auch eine Opferstelle, ein Ahnenkult ist denkbar. Im Osten Kretas bevorzugte man Hausgräber, deren Grundrisse den Häusern der Lebenden glichen. Bei Mallia (Malia) im nordöstlichen Kreta fand man eine besondere Anlage: Innerhalb einer großen rechteckigen Umfriedung sind rasterartig Gruben aufgemauert, in denen nach Familien bestattet wurde, Opferstellen fehlen auch hier nicht. Eine einfache Form von Kammergräbern zeigt der Friedhof von Hagia Photia an der Nordküste. Da in den Gräbern besonders viele Importe von den Kykladen gefunden wurden, vermutet man dort den Ursprung dieser später auf Kreta häufigsten Grabform. Gerade in der Vorpalastzeit intensivierten die Kreter ihre Kontakte mit den Nachbarn. Aus Ägypten übernahmen sie den Gebrauch von Stempelsiegeln zur Kennzeichnung des Eigentums, aber auch um den wachsenden Handel zu organisieren. Anfangs sind diese Siegelbilder in weichen Stein oder Elfenbein geschnittene geometrische Ornamente, doch bald bereichern Tierbilder und Szenen aus dem Alltag das Repertoire. Aus Ägypten kamen auch Anregungen zu einer hieroglyphischen Schrift, die aber über mehrere hundert Jahre nicht weiter entwickelt und hauptsächlich für Siegel und Amulette benutzt wurde. Sie ist wie die Linear-A-Schrift nicht entziffert. Auf Anatolien weisen einige Gefäßformen, vor allem aber die vermutete Sprache der Kreter, wie sie aus Ortsnamen rekonstruiert wird, die nicht indogermanisch und nicht semitisch sind. Besonders eng war der Kontakt zu den Inseln im Norden: Eine Untergruppe der bekannten Kykladenidole kommt nur auf Kreta vor, und als die ersten Paläste entstanden, gab es schon eine minoische Niederlassung auf Kythera.
 
So ist die Frühbronzezeit auf Kreta eine Vorbereitung auf die kulturelle Blüte und die Machtstellung am Rande der führenden Kulturen im östlichen Mittelmeerraum. Überall dort, von Anatolien bis Ägypten, sind Großreiche und kleinere Fürstentümer mit wechselnden Abhängigkeiten entstanden. Deren wichtigste Gemeinsamkeit war außer ihrer Abhängigkeit vom Metallhandel eine zentralisierte Wirtschaft. Wenn auf Kreta zu Beginn der mittleren Bronzezeit nach 2000 v. Chr. im Kern der Siedlungen große Zentralbauten entstehen, deren Grundrisse Magazinräume beinhalten, so bedeutet das, dass schon vorher die Bedingungen für diese Wirtschaftsform etabliert sein mussten. Die Architektur der Paläste ist somit das wichtigste Zeugnis für die Umwälzungen in Wirtschaft und Gesellschaft.
 
 Ältere Palastzeit (2000—1700 v. Chr.)
 
In Phaistos sind Reste der frühen Palastbauten erhalten, stellenweise sind vier Bauphasen aus der älteren Palastzeit zu erkennen. Sie alle sind durch Erdbeben zerstört und nach Planierung des Schuttes mit fast gleichem Grundriss an etwa derselben Stelle wieder aufgebaut worden. Das oberste dieser Gebäude hat seinen Eingang im Westen. Auf dem großen gepflasterten Hof sind Prozessionswege mit großen Steinplatten markiert, seinen nördlichen Abschluss bildet eine hohe Stützmauer für den oberen Hof; davor sind breite tribünenartige Stufen, von denen aus man die Zeremonien auf dem Platz verfolgen konnte, die vielleicht von den Kulträumen neben den Stufen ihren Ausgang nahmen. Im Übrigen ist dieser Westflügel des Palastes der Lagerhaltung vorbehalten; die bauchigen Pithoi (Vorratsgefäße) sind noch an Ort und Stelle zu sehen. Die Räume nördlich des Zentralhofes dienten Wohnzwecken, im Ostflügel fanden sich auch Werkstätten. Die erhaltenen Treppen weisen auf einen zumindest zweistöckigen Aufbau. Größe und Abfolge der Obergeschossräume lassen sich nur sehr bedingt aus den Fundamenten von Keller oder Erdgeschoss ermitteln; eine Funktionsanalyse der Gesamtanlage ist daher nicht möglich.
 
Aber wie das tägliche Leben in einem Palast verlief, ist durchaus vorstellbar. Die wirtschaftliche Seite lässt sich ungefähr wie folgt darstellen: Landwirtschaftliche Erzeugnisse werden angeliefert und in die Magazine verbracht. Händler bringen ihre Waren oder übernehmen Produkte aus den Palastwerkstätten. Dort sind Goldschmiede an der Arbeit und fertigen Ringe, Halsbänder, Armreife und jeglichen anderen Schmuck für Frauen und Männer mit Granulation oder Filigran in der feinsten Technik. Sie treiben Becher und Schalen aus Gold und Silberblech. Die Siegelschneider versuchen immer neue Ornamente und Bildszenen in die Steine zu gravieren, um die Unverwechselbarkeit der Siegel zu gewährleisten. Viel Mühe bereitet das Ausschleifen der Steingefäße. Mit Schilfrohren und Schleifsand werden die Bohrkerne aus den härtesten Steinen herausgedreht, Innen- und Außenseiten bearbeitet und schließlich fein poliert. Auch Getreidemühlen und Reibesteine werden hier gehauen. Bronzeschmiede schmelzen, gießen, hämmern und ziselieren Schwerter und Lanzenspitzen, Schildbeschläge und Küchenmesser. Kreta übernimmt die führende Position in Waffenherstellung und -weiterentwicklung. Schalen, Krüge und Kessel treiben sie aus flach gehämmerten Bronzeblechen, und die immer noch wenigen Bronzewerkzeuge für Bauern und Holzfäller kommen aus ihrer Werkstatt. In der Stellmacherei werden Wagen zusammengebaut und Zaumzeug für die Zugtiere aus dem Leder geschnitten, das die Gerber von außerhalb geliefert haben. Elfenbeinschnitzer feilen filigrane Ornamentplatten für Truhen und Throne, es entstehen Handgriffe für silberbelegte Bronzespiegel, aber auch einfache Nadeln und Knöpfe aus frischen Rinderknochen. In der Parfümwerkstatt brodeln die Essenzen aus duftenden Kräutern; mit dem kostbaren Olivenöl vermischt, sind sie ein in Ägypten begehrtes Produkt. In vielen Zimmern stehen Webstühle. Verarbeitet werden Pflanzenfasern von Flachs und Hanf sowie Wolle von Schafen und Ziegen der auf den Bergen weidenden Herden und letztlich müssen alle die im Palast arbeitenden Menschen auch noch versorgt werden.
 
Das alles, Produktion und Personal, Rohstofflieferung und Fernhandel, muss koordiniert werden. Wie dieses Buchhaltungswesen in der frühen Zeit der Paläste funktionierte, weiß man aus späteren Schriftzeugnissen und durch Parallelen aus dem Orient. Den Verwaltern standen neben vergänglichen Merkzeichen die Siegel und die Bildzeichen der hieroglyphischen Schrift zur Verfügung. Der berühmte Diskos von Phaistos ist als Beispiel für die Suche nach einem praktikablen Schriftsystem zu verstehen. Die flache Scheibe ist vielleicht als Sackgasse erkannt worden und ein Unikat geblieben. Entscheidend ist bei diesem zentralistischen und redistributiven Wirtschaftssystem, den Überblick zu behalten und Gerechtigkeit beim Tausch zwischen Warengruppen und Dienstleistungen walten zu lassen. Redistributiv bedeutet, dass alle Landesprodukte in der Zentrale gesammelt und gemäß bestimmten Vorgaben wieder verteilt werden. Die Sorge für das Fortbestehen dieser Ordnung liegt in den Händen einer Oberschicht, die aus dem schrittweisen Konzentrationsprozess entstanden ist. Die Oberschicht bietet der Bevölkerung Schutz; Tradition und Macht binden das Volk an die Herrscher. Priesterinnen und Priester sorgen für die göttliche Unterstützung, und mit dem störungsfreien Ablauf ist eine adelige Kriegerschaft betraut. Sicherheit ist für die Bauern und Hirten im Lande die Gegengabe der Herrschenden für Abgaben und Arbeitsleistungen an den Palast.
 
In dieser Zeit ist Mittelkreta in die Herrschaftsbereiche der Paläste von Phaistos, Mallia und Knossos aufgeteilt. Der Osten Kretas ist noch mit der Zentralisierung beschäftigt, es gibt dort noch keinen Palast. Ob überhaupt und wie die einzelnen Machtbereiche zusammen- oder gegeneinander standen, ist nicht auszumachen. Sicher zu sein scheint ein gemeinsames Auftreten nach außen zur Sicherung des Handels, nachdem die Vorherrschaft der kykladischen Seefahrer gebrochen war.
 
Der enorme wirtschaftliche Aufschwung Kretas im frühen 2. Jahrtausend liegt wesentlich in der Kontrolle des Fernhandels begründet. Kretische Schiffe erreichten nun Zypern, die Küsten der Levante und Ägypten. Vor allem die feinen Gefäße des Kamaresstils werden dort gefunden. Gerade diese Luxuskeramik ist geeignet, die Entwicklung der Machtverhältnisse auf Kreta zu beleuchten. Nach der lokal oft sehr unterschiedlichen neolithischen Keramik kann man zu Beginn der Bronzezeit eine einheitlichere Entwicklung neuer Form- und Dekorationstypen erkennen. Offene Gefäße und die jetzt oft mit schnabelartigen Ausgüssen versehenen Krüge werden mit dunklem Firnis auf hellem Tongrund bemalt. Die Muster sind Gruppen von parallelen Streifen, gegitterte Dreiecke und Rauten, eine streng lineare Auswahl. Zur Zeit des Herrenhauses von Vassiliki wird eine flächig verzierte, geflammte Ware produziert, und schon in der Spätzeit der Siedlung von Myrtos ist ein Wechsel des Malgrundes zu beobachten. Hell gemalte Muster schmücken nun schwarz gefirnisste Gefäßoberflächen. Damit einher geht die zunehmende Verwendung kurvilinearer Muster, Kreise und vor allem Spiralen. Die Moden in der Gefäßproduktion verlaufen bis dahin in Mittel- und Ostkreta relativ gleichmäßig. Aber parallel mit der Konzentration der Macht auf immer weniger vorherrschende Orte bis hin zu den drei Palästen kann man neben der traditionellen Keramik Formen, besonders aber Dekorationen ausmachen, die aufwendiger gestaltet sind. Die Gefäße werden bunter, auf dem schwarzen Untergrund strahlen weiß, orange und dunkelrot gemalte Muster. Es gibt verspielte plastische Verzierungen wie Barbotine — eine keramische Technik, bei der halbflüssiger Tonschlicker auf die trockene Gefäßoberfläche aufgetupft wird —, und die Keramik wird feiner, dünnwandiger. Die Grabungsbefunde zeigen, dass diese Gefäße speziell für die Gesellschaft der Paläste hergestellt wurden. In den Dörfern gibt es sie kaum, und nur gelegentlich wird eine Anregung aus der Palastware aufgegriffen.
 
Wie diese hoch gerühmte Kamareskeramik, die nur in Knossos und Phaistos zum Eigenbedarf und für den Fernhandel hergestellt wurde, so führte auch die Konzentration der handwerklichen Künste auf die Paläste zu einer zweigeteilten Kultur: auf der einen Seite ein ungeheurer Luxus, der mit den Palästen des Orients und Ägyptens durchaus mithalten konnte, auf der anderen Seite Stagnation in den Dörfern und Weilern. Überdenkt man allein die Arbeitsleistung, die in Bau und dreimaligem Wiederaufbau der erdbebenzerstörten Paläste von Phaistos in einem Zeitraum von knapp 200 Jahren liegt, wird man über die friedliche minoische Bilderwelt anders denken. Die Kreter werden nicht nur ihr Wirtschafts- und Herrschaftssystem aus dem Orient übernommen haben, sondern auch Formen der Unterdrückung, die sich im raschen Wiederaufbau der Paläste widerspiegeln.
 
Auch in der Religion sind die Parallelen mit dem Osten deutlich. An der Spitze der minoischen Götterwelt steht eine große Göttin, eine Herrin, deren verschiedene Aspekte verehrt werden, die auch lokal unterschiedliche Namen tragen kann. Sie herrscht über Leben und Tod, sie ist das Leben selbst. Ihr zur Seite steht ein jugendlicher männlicher Gott, der später auf Kreta Zeus heißt. Er ist der Geliebte der Göttin, er stirbt mit der Vegetation jedes Jahr in der Sommerdürre und aufersteht mit den grünen Trieben nach dem ersten Winterregen. Verehrt wird die große Göttin seit altersher auf den Gipfeln markanter Berge oberhalb der Siedlungen. Dort spenden die Gläubigen Trankopfer in kleinen Votivschälchen, die sie im Heiligtum zurücklassen. Sie stellen kleine Tonfiguren nahe den heiligen Plätzen auf, die sie selber zeigen mit den Errungenschaften ihrer persönlichen Kultur: Ein Dolch im Gürtel zeigt den Mann, Kleid und Frisur die Frau. Amulette und Votive von gesunden und kranken Körperteilen werden im Heiligtum geweiht, der Brauch lässt die Vergangenheit nahe erscheinen. Auch in den großen und kleinen Höhlen und Schründen der verkarsteten Gebirgszüge wird die Göttin verehrt. Votivschälchen und Terrakotten als persönliche Opfer auch hier, wo im flackernden Licht der Fackeln Tropfsteine schemenhaft die Gestalt der Gottheit annehmen konnten. Wie schon das Idol von Myrtos gezeigt hat, ist auch im Haus Platz für die Verehrung der Göttin; Kultplätze und Kapellen gibt es auch im Palast, der ihren besonderen Schutz braucht, denn der Göttin werden auch die Erdbeben zugeschrieben. Und so mag die Rekonstruktion einer besonderen Handlung in einem Bergheiligtum am Abhang des Iuktas (Juchtas) zutreffen. Wiederum hatten Erdstöße den Zorn der Göttin erkennen lassen. Sie zu besänftigen, griffen Priesterschaft und Volk zum Höchsten, zur Opferung menschlichen Lebens. Ein junger Mann wurde im Beisein von Priester, Priesterin und Opferdiener mit einem Schwert getötet, sein Blut in einem Kamareskrug aufgefangen. Im gleichen Augenblick, in dem der Priester den blutgefüllten Krug von der Opferstelle zum Bild der Göttin bringt, zerstört ein heftiges Erdbeben das Gebäude und begräbt die vier Personen. Der Platz wurde seitdem nie wieder benutzt. 1979 durchgeführte Grabungen, bei denen ein minoischer Tempel mit Resten eines Götterbildes und Skelettfunde ausgegraben wurden, belegen diese Kulthandlung.
 
Dieses Erdbeben in der Zeit um 1700 v. Chr., das jenes ultimative Ritual am Iuktas abrupt beendete, hat auch die Paläste in Schutt und Asche gelegt. Doch das Ende der Altpalastzeit ist kein kultureller Einschnitt. Die Paläste werden wie nach jedem Erdbeben wieder aufgebaut, das Leben nimmt seinen althergebrachten Gang, die politische Ordnung ist ungebrochen.
 
 Die Zeit der neuen Paläste (1700—1400 v. Chr.)
 
Der Schwung des Wiederaufbaus erfasste alle wirtschaftlichen und kulturellen Bereiche. Besonders Knossos profitierte davon; allein schon die Größe des neuen Palastes und damit seine wirtschaftliche Potenz lassen vermuten, dass die Herren von Knossos mehr als nur den Norden Mittelkretas unter ihrer Kontrolle hatten. Beeindruckend ist die Fläche der Magazine und Werkstatträume in Keller und Erdgeschoss. In den Lagerräumen sind nur noch die großen, mannshohen Vorratsgefäße und bisweilen steingefasste Gruben erhalten. Bei den meisten der über lange Korridore verbundenen Räume ist nicht mehr zu entscheiden, welche Schätze sie einst bargen. In Räumen des Ostflügels wurden halbfertige Produkte, etwa angebohrte Steinschalen und Rohstoffe wie grüner lakonischer Marmor, also Marmor von der Peloponnes, gefunden; sie erlauben eine genauere Lokalisierung der handwerklichen Produktionsbereiche. Leichter erkennbar sind die Wohnbereiche im Osten, wo über vier Stockwerke eine Flucht von Wohn- und Serviceräumen, verbunden durch ein offenes, säulengetragenes Treppenhaus, wieder aufgerichtet ist. Der westliche Trakt zeigt neben den Magazinen mehrere dem Kult zugeordnete Raumfolgen, unter ihnen befindet sich auch der berühmte Thronsaal. Breite Treppen führen in ein Obergeschoss, in dem man sich Wohn- und Festräume, vielleicht auch Platz für Verwaltung und Priesterschaft vorstellen kann. Die gesamte Anlage um den geräumigen, langrechteckigen Innenhof muss man sich durchgängig zweigeschossig, im Osten und Süden bis zu viergeschossig vor Augen führen. Abgesehen vom Aufwand und von der phantastischen neuen Architektur mit durchbrochenen, vielfältig gegliederten Fassaden, den Pfeilersälen und schattigen Hallen, den Loggien und Terrassen muss man auch eine Vorstellung von der riesigen Zahl der verfügbaren Räume, der labyrinthartig durch enge Korridore über mehrere Stockwerke miteinander verbundenen Stapel- und Arbeitsplätze gewinnen, um die Effizienz dieses Machtzentrums zu begreifen. Kaum eine Vorstellung können wir von den Menschen gewinnen, die sich täglich in dieser gigantischen Kulisse bewegten, wie viele es waren, wie sie sich ernährten, wie und wo sie schliefen und wo schließlich ihr Abfall gelandet ist. Das sind Fragen, die nicht im Blickwinkel der Ausgräber vor rund 100 Jahren lagen, aber Fragen, die die heutige Archäologie bewegen, bei der es weniger um den großen historischen Wurf, sondern mehr um Modelle des Menschen in seiner Gemeinschaft geht.
 
Der Palast von Knossos liegt wie der von Phaistos oder Mallia inmitten einer Stadt, deren Häuser bis an den Palast heranreichen. Die Kommunikation zwischen Stadt und Palast war durch mehrere Eingänge gegeben, von jeder Seite konnte man ohne Umwege ein Tor und über die Korridore den Zentralhof, Verteiler im Zugang zu den einzelnen Quartieren, erreichen. Der wichtigste Eingang liegt, wie in Phaistos, an der Westseite. Er öffnet sich auf den gepflasterten Westhof mit seinen vorgezeichneten Prozessionswegen und den theaterartigen Stufenbauten im Norden und leitet in einen Korridor, dessen Freskobemalung eine Prozession von Gabenbringern zeigt, vielleicht ein Reflex auf die realen Geschehnisse. Keiner der Zugänge zum Palast ist so gestaltet, dass er im Verteidigungsfall effektiv zu sichern gewesen wäre. Im Gegenteil: Einladend führen kunstvoll gestaltete Wege und Treppenanlagen auf die Eingänge zu. Daraus hat man zu Recht auf eine weitreichende Übereinstimmung zwischen Volk und Herrschaft geschlossen, wobei sich der Grad von Freiwilligkeit aus den archäologischen Befunden leider nicht ablesen lässt. Der seit der frühen Bronzezeit anhaltende Vorgang der Machtkonzentration scheint eine gewisse Gewöhnung mit sich gebracht zu haben, auch als Knossos die alleinige Vormachtstellung einnimmt. Die minoische Geschichte ist auch nur ein Lesen aus Zeugnissen, die fast ausschließlich eine Oberschicht hinterlassen hat.
 
Stärker als bisher und mit einer in der Aufbauphase ungeheuren Dynamik wird die Insel weiter erschlossen. Die Zahl der Siedlungen wächst, im Westen wird neues Land urbar gemacht und im alten Kulturland die Ertragsgrenze der Böden erreicht. Umso intensiver wird die Expansion nach außen betrieben, in der griechischen historischen Überlieferung als Thalassokratie (Seeherrschaft) des Minos bekannt. Nach Lage der Orte, denen deutlich minoischer Einfluss anzusehen ist, bewegten sich die minoischen Kolonisten auf zwei Routen nach Norden. Eine führte über den Inselbogen nach Rhodos und zum kleinasiatischen Festland; bis Milet gelangt minoische Keramik. Die westliche Route berührte Kythera, dann Messenien und hat Unteritalien und Sizilien zum Ziel, wie die Verbreitung minoischer Keramikfunde zeigt. Aber das eigentliche Ziel dieses Handels über Zwischenstationen war gewiss das Zinn aus dem Westen Europas. Auch Milet war nicht ein Ziel, sondern Station auf dem Weg nach Inneranatolien und zum Schwarzen Meer. Die Siedlungen von Akrotiri auf Thera, Phylakopi auf Melos und Hagia Irini auf Keos können als Stützpunkte für die Fahrten der minoischen Kauffahrer direkt nach Norden angesehen werden. Wessen Aufgabe es war, diesen Handel zur See auch gegen Seeräuber zu sichern, ist Befunden und Quellen nicht zu entnehmen. Ist — schwer vorstellbar — eine allgegenwärtige, militärisch organisierte Flotte auch der Grund, warum die kretischen Küstensiedlungen keine Schutzmauern haben? Kann es sein, dass der griechische Mythos von Talos, dem ehernen Riesen, der im Dienste des Minos dreimal täglich Kreta umrundete und alle feindlichen Schiffe mit riesigen Felsbrocken versenkte, eine sagenhafte Erinnerung an eine einstige Seeherrschaft widerspiegelt? Oder waren diese schutzlosen Seestädtchen selbst die Seeräubernester, von denen aus gezielt die Kontrolle über die Handelswege nach Norden und Westen angepeilt worden ist? Die genannten Siedlungen auf den Inseln zeigen mit unterschiedlicher Gewichtung ein durchaus minoisches Gepräge, nur: Wie lässt sich ausmachen, ob die Kykladenbewohner minoische Sitten nachahmten oder Kreter ihre Kultur im fernen Land etwas lascher reproduzierten? Insgesamt gesehen ist das für den Akkulturationsprozess des Nordens kein Problem. Bei der ungeheuren Wirkung, die die minoische Kultur auf das mittelbronzezeitliche griechische Festland ausübte, wüsste man gerne mehr. Neben Thera und seinen wunderbaren Fresken stehen eben auch die Schachtgräber von Mykene und damit eine Wegmarke für die weitere Geschichte Kretas. Die guten Beziehungen, die Kreta schon während des Mittleren Reiches mit Ägypten hatte, überdauerten die Fremdherrschaft der Streitwagen fahrenden Kriegerkaste der Hyksos. Mit der Festigung der neuen Dynastie im wieder vereinten Ägypten blüht auch der Handel mit Kreta. Auf Wandmalereien in Gräbern ägyptischer Notablen werden Menschen in kretischer Tracht gezeigt, die typisch kretische Produkte herbeitragen. Über die politische Wertung kann man uneins sein, sicher ist die Normalität der Kontakte mit Ägypten. Zeugnisse ähnlicher Qualität fehlen für Palästina und Syrien, doch die Summe der minoischen Keramik auch fernab der Küste mag die Verflechtung der Palastkultur im Bereich des östlichen Mittelmeeres deutlich unterstreichen.
 
Es ist gut vorstellbar, dass nach den Zerstörungen durch das Erdbeben um etwa 1700 v. Chr. nur noch ein politisches Zentrum übrig blieb: Knossos. Phaistos wurde wieder aufgebaut, ein neuer theatralischer Westeingang komponiert. Zugleich wird der gepflasterte Westhof zugeschüttet, er ist für die kommende Zeit nur ein erdiger Platz ohne die Leitlinien der plattenbelegten Prozessionswege. Die Gebäudefront wird zurückgenommen, die Palastfläche insgesamt verkleinert. Sind das die Spuren einer neuen Politik, die sich zwangsweise aus der Konzentration der Macht über die ganze Insel an einer einzigen Stelle ergibt? Man kann sich vorstellen, dass sich bald nach dem Erreichen der Begierden nach einer Gesamtherrschaft über die Insel herausgestellt hat, dass die Verwaltung mit dem im Kleinen praktikablen zentralistischen System nicht mehr effizient genug war, weil die Übersicht fehlte. Konsequent ist die Einrichtung von Unterzentren durchaus verschiedener Größe und Qualität. Kato Zakros — der antike Name des Ortes an der Ostküste Kretas ist unbekannt — ist ein idealer Hafenplatz im Seeverkehr mit Zypern und der levantinischen Küste. Schon bisher lag dort eine kleine Stadt mit einigen großen Häusern, die über viel Speicherplatz verfügten. Die Häuser liegen auf einem Hügel nördlich der Flussmündung. Für das neue Zentrum bleibt nur der ungünstige Bauplatz in der Flussniederung. Für das Verhältnis des Palastes zu den alteingesessenen Händlern ist das durchaus von Bedeutung. Der Palast von Kato Zakros ist eine kleine Kopie der Anlagen Zentralkretas, aber an die örtlichen Bedingungen angepasst. Hier ist zum Beispiel die Küche erhalten, jene Arbeitsräume, die in anderen Zentralen nicht erkannt worden sind.
 
Ein anderes Beispiel für ein Unterzentrum mag das kleine Landstädtchen Gurnia an der Nordküste Ostkretas sein. Auf einem kleinen Hügelsporn nahe der Küste drängen sich eng die kleinräumigen, meist zweistöckigen Wohnhäuser. Hangparallele Wege und steile Treppenstraßen gliedern die Siedlung in inselartige Quartiere. Auf dem Hügelkamm liegt ein kleiner Palast, zu erkennen an seiner Lage, dem großzügigeren Grundriss und der aufwendigeren Orthostatenbauweise (eine bestimmte Quaderbauweise) im Vergleich zu den Stadthäusern, die einfaches Bruchsteinmauerwerk mit Lehmziegelwänden aufweisen. Ein kleines Heiligtum steht neben dem Palast auf der höchsten Erhebung des Sporns.
 
Die neuen Epizentren haben durchaus unterschiedliche Aufgaben. Das Herrenhaus von Zominthos hoch in den Bergen über Anogia auf dem Weg zur heiligen Idahöhle, wo Zeus geboren sein soll, kann gut mit Schriftquellen über die Kontrolle der Schafherden in Verbindung gebracht werden. Vathypetro an der Südseite des Iuktas ist ein landwirtschaftliches Zentrum. Ölpresse und Weinkelter stehen im Mittelpunkt. Hier musste die Ernte zur Weiterverarbeitung abgeliefert werden. Die Autorität der Einrichtung wird durch einen integrierten Kultplatz unterstrichen. Eine ähnliche dreiteilige Kultfassade mit Opferstelle findet sich auch in dem Haus von Niru Chani an der Nordküste. In unmittelbarer Nachbarschaft zu einem künstlichen Hafenbecken ist dieses Haus mit dem Seehandel in Verbindung zu bringen. Es ist kein Zufall, dass diese dreiteilige Kultfassade an der Westseite des Innenhofs von Knossos auftritt. Sie erscheint auf einem Fresko inmitten einer festlichen Versammlung von Frauen und Männern, sie ist auf kleinen getriebenen Goldplättchen zu erkennen, ein bedeutendes religiöses Symbol, das gezielt eingesetzt wird.
 
Viel deutlicher als in der älteren Palastzeit wird Religion politisch eingesetzt. In Palästen und größeren Häusern wird in Pfeilerkrypten der Kultraum der Höhle nachgebildet. In den Palästen gibt es zahlreiche rituelle Reinigungsbecken und kleine Kapellen. Der Palast selbst wird durch die Bekrönung des Daches mit dem heiligen Symbol der Stierhörner zu einem sakralen Ort. Selbstverständlich bedient man sich auch der bildenden Kunst, um diese Ansprüche zu vermitteln. Embleme des Kultes, Bilder von Ritualen und einer paradiesischen Welt werden an die Wände gemalt; auf goldenen Ringen sieht man ausschnitthaft Szenen eines Kultes, bei dem heilige Bäume, Idole und Priesterinnen von Bedeutung sind. Die symbolische Überwindung des kraftvollen Stiers durch Überspringen begegnet auf Wandgemälden und auf Siegelbildern. Nicht zuletzt ist die Doppelaxt in allen Materialien und Größen immer präsent. Zur gleichen Zeit ist es in den Heiligtümern auf den Berggipfeln und in den heiligen Höhlen stiller, die Gläubigen bleiben aus, gelegentlich wird ein Opferschälchen abgelegt, Terrakottabilder von Adoranten und Herdentieren werden nicht mehr geweiht. In diesem Gegensatz zeigt sich die minoische Kultur als eine den ganzen Menschen vereinnahmende und leitende Kultur. Seine handwerklichen und landwirtschaftlichen Fähigkeiten muss der Mensch vollständig einer zentralen Koordination zur Verfügung stellen, seine Glaubensfragen werden ebenso zentral gesteuert. Da ist nicht viel Platz für die friedliche Idylle, die von den Wandbildern auszugehen scheint, und kein Platz für ein matriarchalisches Paradies. Es ist nicht einmal entscheidend, wer in dieser minoischen Welt die Macht hatte, ob ein König oder eine Priesterin, oder ob der Herrscher die weltliche und die geistliche Macht innehatte: In diesem System sind, wie auch in den Staaten des Alten Orients und in Ägypten um dieselbe Zeit, beide Bereiche — Weltliches und Religiöses — derart voneinander abhängig, dass sie nicht zu trennen sind.
 
Auch während der Blütezeit der neuen Paläste blieb Kreta nicht von Erdbeben verschont, doch waren die Schäden geringer, sodass Teilreparaturen ausreichten. Das gilt auch für die Folgen des Vulkanausbruchs auf der Insel Thera, der häufig Grund für schreckliche Szenarios abgab. Einmal wurde aus der Explosionskraft des Vulkans eine Tsunamiwelle berechnet, die an die Nordküste Kretas schwappte, die Häfen und die gesamte minoische Flotte zerstörte und die Paläste in Schutt und Asche legte, sodass die Mykener die Insel erobern konnten. Nach anderen Berechnungen verfinsterten Aschewolken für lange Zeit die Sonne, und Aschenregen machte die Insel auf Jahre unfruchtbar. Heute trennt man zwischen Naturkatastrophe und historischen Ereignissen, die weit schwerwiegendere Folgen für das Geschick der Insel hatten als ein Erdbeben. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wird Kreta von den achäischen Griechen des Festlandes erobert. Diese Mykener hatten ihre Kulturlektion schnell und gut gelernt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts tauchen verstärkt kretische Produkte in noch mittelbronzezeitlichen festländischen Befunden auf, kaum 150 Jahre später sind die Festlandsgriechen die Herren der Insel. Die Paläste von Phaistos und Mallia sind zerstört, sie werden nicht weiter benutzt. Knossos ist das alleinige Zentrum der Macht und erlebt seine letzte Blüte.
 
 Das mykenische Kreta (1450—1200 v. Chr.)
 
Die Anpassung der Mykener an die minoische Kultur Kretas war so perfekt gelungen, dass es keine wesentliche Wende in der weiteren kulturellen Entwicklung Kretas gab, zumindest was die archäologisch erfassbaren Artefakte betrifft. Stellvertretend kann das wieder die Keramik zeigen. Nach den farbigen Kaskaden der Kamaresware war in dieser Richtung keine Erneuerung mehr möglich. Die Farben treten zurück, ein neues Thema wird gewählt. Waren abstrakte Ornamente in der Zeit der alten Paläste bestimmend und war Figürliches äußerst selten auf die Gefäße gemalt, so kommen nun immer deutlicher florale Dekorationen auf: Gräser, Schilf, Lilien, Krokusse und Ähren, auch Palmen überziehen vereinzelt oder in dichtem Netzwerk die Oberflächen der Gefäße; zuerst noch hell auf dunklem Grund, doch wechselt der Malgrund wieder, und die Muster erscheinen in satten Schwarz- bis Rottönen auf dem gelbbeigen Ton. Die Pflanzenbilder werden seltener, jetzt dominieren ungeschaute Bilder aus der Meereswelt: Seegras und Korallenriffe, Purpurschnecken, Tintenfische und Delphine. Formen und Ornamente dieser spätminoischen Keramik werden sofort auf dem Festland nachgemacht, und alle folgenden Moden erscheinen im Gleichklang, wenn auch mit lokalen Variationen.
 
Siegelschneider, Elfenbeinschnitzer und alle diese hoch spezialisierten Handwerker und Künstler der Palastkultur, die die minoische Welt so bewundernswürdig schmückten, wandern zu den neuen Herren in die Paläste des Festlandes und setzen dort ihre Arbeit fort. So kann man auch in der bildenden Kunst kaum mehr zwischen kretischer und festländischer Provenienz unterscheiden.
 
Auf den Märkten des östlichen Mittelmeerraumes verdrängen mykenische Händler die minoischen. Männer in mykenischer Tracht sind nun Geschenke bringend auf die Wände ägyptischer Gräber gemalt. Kreta tritt international zurück, ist nun Teil der mykenischen Welt. Doch auf Kreta selber ist nur die Spitze der Macht und der Verwaltung in fremden Händen.
 
Als Vorteil für die Eroberer erwies sich der Fortschritt in der Entwicklung der Schrift. Nach den frühpalastzeitlichen, wenig überzeugenden Versuchen mit der hieroglyphischen Schrift wurde im 16. Jahrhundert eine abstrakte Bilderschrift entwickelt, die ähnlich der Keilschrift in feuchten Ton geritzt wurde. Als Rahmen wurden zuerst Linien gezogen, daher die Bezeichnung Linearschrift, und dann von links oben beginnend geschrieben. Linear A bezeichnet die Zeugnisse in minoischer Sprache, die nicht bekannt ist. Linear B hat weitgehend denselben Zeichenbestand wie Linear A, Silben und Warengruppensymbole, gibt aber nach allgemeiner Übereinkunft einen frühen griechischen Dialekt wieder. Die Eroberer vom Festland ließen sich offensichtlich das vorhandene Schriftsystem für ihre Zwecke und ihre Sprache umarbeiten. Tausende von Linear-B-Tafeln sind im Palast von Knossos gefunden worden. Es sind Notizen der Buchhaltung, Abrechnungen über Lieferungen an den Palast, Lohnabrechnungen oder Bemerkungen darüber, wem was zur Weiterverarbeitung gegeben wurde. Diese Notizen waren nur als Gedächtnisstütze gedacht; nach Übertragung der Nachricht in ein Hauptbuch, vielleicht aus Papyrus, wären sie wieder befeuchtet und neu beschrieben worden. Erhalten sind nur zufällig in einen Brand geratene Tontafeln, und ebenso zufällig ist die Auswahl. Aber diese Nachrichten sind lesbar geworden und erlauben die Einsicht in das Wirtschaftssystem nicht nur der mykenischen, sondern auch der Blütezeit der minoischen Palastkultur.
 
Im täglichen Leben gibt es merkliche Veränderungen. Von den religiösen Vorstellungen der minoischen Palastkultur sind nur wenige Bilder der Kultausübung, also einer sekundären Ebene, überliefert, dazu gibt es eine Architektur, die mit Ritualen zu verbinden ist. Zu Zeiten der minoischen Hochblüte denkt man sich die Göttin durch Tanz und Trance schaubar, aber sie hat kein Bild. Es gibt kein Götterbild. Mit den Leuten vom Festland kommen handfestere Vorstellungen zum Tragen. Die tief liegenden Kultbecken, Orte spiritueller Reinigung, werden zugeschüttet, kleine Schreine werden daraus, in denen knollige Steinfantasien der Natur als Fetische verehrt werden. Und neu aus Ton geformt werden bis zu ellenhohe Idole als tatsächliche Erscheinungsform der ewigen Göttin: Es hat keine wirkliche Bedeutung, ob damit die große Göttin mit erklärenden Attributen gemeint ist — segnend hat sie die Arme erhoben, Schlangen, Stierhörner, Mohnkapseln oder Vögel zieren ihren Kopf, oder sie hält das gesegnete Kind in ihren Armen. Das können auch lokale Prägungen der gleichen kretischen Göttin sein oder verschiedene Göttinnen gemäß dem Pantheon, dem Götterhimmel der griechischen Zuwanderer. Nicht mehr in kollektiver Trance minoischer Kultfeiern ist die Göttin zu erschauen, sondern dinglich sichtbar, anfassbar, begreifbar für den Einzelnen. Und plötzlich sind auch die alten Gipfelheiligtümer, die heiligen Höhlen wieder mit Leben erfüllt. Votivschälchen auf Votivschälchen werden am göttlichen Zeichen abgelegt, und wieder sind kleine Bilder der Herdentiere dabei, die die Sorgen und Bitten des Volkes so anschaulich machen. Große und kleine Idole stehen neben anderen göttlichen Symbolen auf den Votivbänken der oft winzig kleinen Kapellen.
 
An die Stelle der frühen Rundgräber und Osteotheken (Beinhäuser), die noch bis an das Ende der älteren Palastzeit als Grablegen benutzt wurden, ist das Kammergrab getreten; aufwendiger zwar als die frühminoischen Vorbilder, doch ebenfalls ohne architektonischen Schmuck. Die in den ansteigenden Berghang gehauenen Kammern von unregelmäßiger Form sind durch einen schmalen Zugang erreichbar. Als Familiengrüfte werden sie mehrfach belegt, sie liegen außerhalb der Siedlungen in Gruppen zusammen, was wie in früheren Zeiten auf die immer noch aufrecht erhaltene Bindung in Großfamilien hinweist. Im Unterschied zum Vorderen Orient und Ägypten ist ein gebautes, aufgemauertes Grab die Ausnahme. Die Vorstellungen der Minoer vom Jenseits müssen nicht nur, was Grab und Bestattung angeht, eher pragmatisch nüchtern gewesen sein. Der Körper des Toten spielt dabei nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Rolle, solange die Seele noch bei ihm ist. Für die Reise ins Jenseits sind die Grabbeigaben gedacht: Ess- und Trinkgeschirr, Vorräte an Speisen und Getränken. Was sonst noch ins Grab gelegt wird, Schmuck, Siegel, Geräte, dient eher der Reputation der Hinterbliebenen beim Begräbnis, es ist jedenfalls nicht einheitlich und kein bestimmter Brauch. Im Jenseits angekommen, ist der Körper, das Skelett nur noch eine Sache, von der keine Macht mehr ausgeht. Es kann ohne Furcht beiseite geräumt werden, um der nächsten Bestattung Platz zu machen. Außer in den Kammergräbern wird weiterhin in Höhlen und Felsschründen bestattet. Es gibt einfache Erdbestattungen, gebräuchlich ist auch die Verwahrung des Toten in umgestülpten Vorratsgefäßen und in tönernen Truhen (Larnakes). Hier sind die lokalen Unterschiede auf der ganzen Insel am stärksten, es gibt zu keiner Zeit einheitliche Grab- und Bestattungsbräuche. Mit den Zuwanderern vom Festland kommt das Tholosgrab in seiner mykenischen Form auf die Insel. Die neuen Gräber sind in die alten Friedhöfe integriert.
 
Schon in den Rundgräbern der Vorpalastzeit wurden Tonsarkophage verwendet. Diese Tradition wird in spätminoischer Zeit wieder stärker aufgenommen. Bunt bemalte Terrakottatruhen mit satteldachförmigem Deckel und Wannen, mit einer Steinplatte zugedeckt, können als Sarg dienen. Eine Sonderform dieser Truhen zeigt der Sarkophag von Hagia Triada: ein aus Kalkstein gehauener, mit Stuck überzogener vierbeiniger Kasten, dessen vier Seiten mit Kultszenen bemalt sind. Zu sehen sind an den Langseiten ein blutiges Stieropfer mit der Spende des Blutes an einem mit Doppeläxten geschmückten Altar, ein unblutiges Opfer, eine Prozession mit Musikbegleitung und eine armlose weiß gekleidete Gestalt vor einem Gebäude. Die Schmalseiten zieren von Fabeltieren gezogene Streitwagen, auf denen wohl Göttinnen stehen. Neben den Siegeln sind die Bilder dieses Sarkophages, trotz der spätminoischen Entstehungszeit, die wichtigste Quelle für Totenkult oder Götterglauben der Minoer, je nachdem, ob man die weiße Gestalt der Langseite für den Toten oder für ein Kultbild hält. Der Sarkophag ist eines der wenigen herrscherlichen Produkte der spätminoischen Zeit, die nicht mehr vom Luxus der Paläste überstrahlt wird. Einfache Landstädtchen mit bescheidenem Wohlstand prägen das Bild dieses letzten Abschnittes der minoischen Kultur.
 
Der Zusammenbruch der bronzezeitlichen mediterranen Welt in den Jahrzehnten um 1200 v. Chr. trifft natürlich auch Kreta. Kreta, auf dem Weg der Seevölkerscharen von Norden nach Süden, von Westen nach Osten gelegen, wird mit in den Strudel des Untergangs gerissen. Zwar ist um 1200 von einer minoischen Palastkultur schon lange keine Rede mehr. Der Palast von Knossos als einzig übrig gebliebener Verwaltungssitz ist bereits im frühen 13. Jahrhundert aufgegeben worden, aber das Leben in den spätminoischen Siedlungen sprudelt noch. Das Umfeld ist einfacher geworden, bäuerlicher, wieder mehr auf die Landwirtschaft und den einfachen täglichen Bedarf ausgerichtet. Nach den Turbulenzen des 12. Jahrhunderts wird es jedoch noch stiller. Wie auf dem Festland wandern Teile der Bevölkerung ab, von Westen her breiten sich dorische Griechen auf der Insel aus. Die versteckten Gebirgstäler und das schwer zugängliche Ostkreta bieten der minoischen Bevölkerung aber noch lange Schutz. Dort können sich Bräuche und Sprache noch bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. halten. Doch nicht nur dort, überall auf Kreta bleibt vieles aus der bronzezeitlichen Kultur bestehen. Die alten Kultplätze und Höhlen ziehen weiterhin die frommen Pilger an, die Funde zeigen, dass die Verbindung zur Levante nicht abgerissen ist: Phönikische Elfenbeine und kunstvoll getriebene Bronzeschalen werden der großen Göttin oder auch schon Zeus geweiht. Und es bleibt eine eigenständige mythische Überlieferung, die zusammen mit den alten Bräuchen Wesentliches zum Wiedererwachen der griechischen Kultur beigetragen hat.
 
Prof. Dr. Gerhard Hiesel
 
Weiterführende Erläuterungen finden Sie auch unter:
 
griechische Geschichte beginnt mit Homer
 
 
Faure, Paul: Kreta. Das Leben im Reich des Minos. Stuttgart 31983.
 
Fischer-Weltgeschichte, Band 5: Die Mittelmeerwelt im Altertum, Teil 1: Griechen und Perser, herausgegeben von Hermann Bengtson. Frankfurt am Main 1993.
 Graham, James Walter: The palaces of Crete. Neuausgabe Princeton, N. J. 1987.
 Marinatos, Spyridon / Hirmer, Max: Kreta, Thera und das mykenische Hellas. Neuausgabe München 1986.
 Mastorakis, Michel / Effenterre, Micheline van: Les Minoens. L'âge d'or de la Crète. Paris 1991.
 
The Minoans. Crete in the bronze age, herausgegeben von Sinclair Hood. London 1971.
 Schachermeyr, Fritz: Die minoische Kultur des alten Kreta. Stuttgart u. a. 21979.
 Schiering, Wolfgang: Funde auf Kreta. Göttingen u. a. 1976.

Universal-Lexikon. 2012.

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